Aus dem Ortsverein

Hier finden Sie Informationen über unsere Aktivitäten in Form unserer Jahresberichte:

Jahresbericht 2025

Der Jahresbericht umfasst den Zeitraum vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2025

Das Jahr 2025 war in vielerlei Hinsicht ein arbeitsintensives aber eben auch im Sinne der uns per Satzung vorgegebenen Ziele ein sehr erfolgreiches Jahr. Der Schwerpunkt der Arbeit lag in der Konsolidierung bewährter Initiativen (z.B. Pfad der Kinderrechte, Starterpaket für Erstklässler) und Anpassung der vereinsinternen Rahmenbedingungen (Satzung, Standards) an die künftigen Erfordernisse. Im Folgenden werden die jeweiligen Aktivitäten dargestellt, um die Arbeit des Kinderschutzbundes Kleve nachvollziehbar zu machen.

Die Beratung von Trennungs- und Scheidungsfamilien sowie die Beratung in prekären Lebenslagen konnte 2025 als ein Schwerpunkt unserer Arbeit in reduziertem Umfang realisiert werden. Diese Form der Beratung und Begleitung soll zukünftig wieder einen bedeutsamen Anteil unserer Arbeit im Rahmen der „Begleiteten Umgänge“, in denen Kindern und Eltern/Großeltern die Möglichkeit gegeben wird, den Kontakt trotz schwieriger und konfliktreicher Beziehungen aufrecht zu erhalten, wieder regelmäßig in den Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes durchgeführt werden.

Die Umsetzung der Qualitätsstandards Begleiteter Umgang des DKSB machte eine neue Herangehensweise an diese Aufgabe erforderlich, die den Schwerpunkt auf die Beratung der beteiligten Instanzen legt, um die Lebenslage zum Wohle des Kindes so gut wie irgend möglich zu beeinflussen.

„Das Kind rückt ins Zentrum des Handelns und verändert so auch die Zusammenarbeit mit den beteiligten Eltern und Institutionen. Der gemeinsame Blick zum Wohle des Kindes lässt den BU … zu einem Unterstützungsangebot werden, … Kinder vor erneuter Gewalt und Traumatisierung zu schützen und Eltern die Chance eröffnet, sich wieder voll und ganz auf ihr Kind zu konzentrieren …“ (aus: Qualitätsstandards für den Begleiteten Umgang im DKSB, 2023, S. 1)

Kinder haben ein Recht auf beide Eltern (Art. 9 UN Kinderrechtskonvention)

Dieses wichtige Kinderrecht ist für uns die Grundlage, den betreuten Umgang und die Beratung in prekären Lebenslagen weiterhin anzubieten, denn besonders Kinder sind bei der Trennung der Eltern schmerzlich betroffen. Sie haben in der Regel den Wunsch, Kontakt zu beiden Eltern, den Großeltern oder den Geschwistern zu halten. Um Kindern diesen Umgang auch in schwierigen Situationen zu ermöglichen, erarbeiten wir beispielsweise mit den Eltern sogenannte Elternvereinbarungen, in denen in Zeiten größter emotionaler Betroffenheit alle, die Kinder betreffenden Angelegenheiten geregelt werden können.

Diese Umgangsmoderation hilft den Kindern, ihre Eltern trotz Trennung als gemeinsam verantwortlich zu erleben.

Bei z.T. hochstrittigen Familien bieten wir unsere geschützten Räume für ein Treffen mit dem getrenntlebenden Elternteil an und fördern Übergabephasen ohne Streit. Wir helfen bei der Wiederherstellung eines unterbrochenen Elternkontaktes oder bei einer Neuanbahnung mit dem jeweiligen umgangsberechtigten Elternteil.

Gleichzeitig bieten wir durch den betreuten Umgang eine zwar zeitlich begrenzte, aber dennoch kontinuierliche Begleitung der Eltern durch Elterngespräche an, um gegenseitige Verletzungen auf der Paarebene zu thematisieren und damit die familiäre Krisensituation zu entschärfen.

Telefonberatung und Familienhilfe

Im Jahr 2025 wurden 210 Anrufe geführt sowie 68 Emails und 60 WhatsApp Nachrichten von Hilfesuchenden zu folgenden Themen und Problemfeldern ausgetauscht:

  • Trennung / Scheidung
  • Vernachlässigung und Misshandlung
  • Probleme mit Eltern und Freunden
  • Schulische Probleme
  • Erziehungsprobleme

Infolge der Telefonate bzw. der Email-/WhatsApp-Kontakte kam es in diesem Jahr zu 101 Beratungsgesprächen. In einigen Fällen war die Vermittlung und Begleitung zu anderen Institutionen erforderlich und wurde durch die bestehenden Netzwerke auch umgesetzt.

Die Begegnungen (Umgangskontakte) zwischen 72 Kindern und ihren Eltern (47 Familien) wurden 91 mal durch uns begleitet, der dafür erbrachte Aufwand überstieg in diesem Jahr mehr als 231 Stunden; diese wurden i.d.R. zu zweit durchgeführt. Für diese Kontakte wurden die Räume in der Spyckstraße genutzt, da sie eine neutrale und gleichzeitig öffentliche Begegnungsstätte darstellt, die dem Wunsch nach Anonymität entspricht.

Der das Kind ins Zentrum unseres Handelns rückende „Begleitete Umgang“ (BU), der den gemeinsamen Blick zum Wohle des Kindes sowohl beiden Elternteilen oder auch anderen wichtigen Bezugspersonen ermöglicht, schützt das Kind vor erneuter Gewalt und Traumatisierung. Gleichzeitig werden durch diese Fokussierung sowohl die Problemlagen der Kinder als auch vor allem die der Eltern deutlich – BU bedarf heute zunehmend zusätzlicher flankierender Hilfeangebote für die Familien. (aus: Qualitätsstandards für den Begleiteten Umgang im DKSB, 2023, S. 3)

Projekte in 2025, die unter der Vorgabe der Kinderrechte realisiert oder initialisiert wurden

1. Initiative: Pfad/Platz der Kinderrechte in Kleve

Das Team des KSB Kleve beim Auftakt zur Initiative „Platz der Kinderrechte für Kleve“

Ziel ist es, dass in der Stadt Kleve ein Pfad/Platz der Kinderrechte etabliert wird, der die Bedeutung der Realisation dieses im öffentlichen Diskurs u.a. aus der Sicht der Kinder/Jugendlichen unterstützt.

Die Gespräche, die schon im Jahr 2024 u.a. mit den Verantwortlichen der Stadt Kleve geführt wurden, wurden zielführend 2025 fortgeführt und verdeutlichten einmal mehr, dass das Thema „Kinderrechte“ allen beteiligten Akteuren ein wichtiges Anliegen ist.

Die Eckpunkte des Platzes der Kinderrechte in Kleve sind soweit konzipiert, dass die Lokalisierung präzisiert werden konnte und die Gestaltung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulklassen initiiert wurde.

Die Einbindung des Konzeptes des Pfades der Kinderrechte sind – nach wie vor – zur Integration in das Gesamtkonzept LAGA 2029 angedacht.

2. Recht auf Gesundheit:  (Art. 24 UN Kinderrechtskonvention)

  • Fortführung der Kooperation mit der Klever Tafel:
    Ziel ist es, dass „bedürftigen“ Kindern zur teilweisen Deckung ihres Calcium Bedarfs wöchentlich Milch von einem regionalen Anbieter (Speetenhof) zur Verfügung gestellt wird. So wurden wöchentlich 180 Liter Milch an „bedürftige“ Kinder/Familien ausgegeben.
  • Fortführung der Unterstützung des Frühstücksprojektes der Josef-Beuys-Gesamtschule (JBG):
    Die JBG bietet ihren Schüler*innen mehrmals in der Woche ein gesundes Frühstück an, dieses wird durch den KSB finanziell unterstützt.

3. Recht auf Spiel und Freizeit:  (Art. 31 UN Kinderrechtskonvention)

  • Im Rahmen eines Patenschaftsprogramms mit dem Verein DJK Rhenania Kleve leisten wir einen finanziellen Beitrag für die Kinderfreizeit „Amelandlager“. Ein Programm, welches Kindern eine Betreuung im Rahmen der Sommerfreizeit anbietet. Wir haben die Patenschaft für 3 Kinder übernommen und finanzieren diese Plätze.
  • Mit einem Info- und Spielestand waren wir am Kinderfest des Jugendamtes der Stadt Kleve am 15. Juni im Tiergarten beteiligt. Die kleinen und großen Besucher*innen waren bei schönstem Sommerwetter in großer Zahl erschienen und konnten basteln und mit den Eltern konnten viele interessante Gespräche geführt werden.
  • Unterstützung des Ritterfestes Kalkar:
    Das alljährlich in Kalkar stattfindende Ritterfest, das zahlreiche Angebote für Kinder jeden Alters bietet, wurde – wie schon seit vielen Jahren – unterstützt.

4. Recht auf Bildung:   (Art. 28 UN Kinderrechtskonvention)

„Starterpaket und Schulranzen für Erstklässler“ – Eine schon seit einigen Jahren bewährte Kooperation mit dem KleverKinderNetzwerk (KKN)

In Kooperation mit dem KKN, den Kindergärten und  Grundschulen in der Stadt Kleve konnte insgesamt 41 Kindern ein Schulranzen und 79 Kindern ein Starterpaket für den Beginn ihrer Schulkarriere zur Verfügung gestellt werden. Diese Initiative erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und wird im Jahr 2026 gewiss eine Fortsetzung finden.

5. Recht auf ein Leben ohne Gewalt + Recht und Schutz in den Medien  (Art. 17 + 19 UN Kinderrechtsk.)

Das „Social Media Präventions-Projekt“ des Kinderschutzbundes Kleve in Zusammenarbeit mit dem Theater im Fluss „Click und Swipe“ – Medienkompetenz für Schüler*innen der 5ten Klassen der Schulen in Kleve

In der zweiten Juniwoche haben sich mehr als 420 Schülerinnen und Schüler der 5ten und teilweise 6ten Klassen der Schulen in Kleve auf den Weg gemacht, um sich in den Räumen des Theaters im Fluss mit ihren Lehrer*innen auf ungewöhnliche Weise mit dem allgegenwärtigen Thema „Social Media“ zu beschäftigen.

An einem Vormittag wurde auch den Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik des Berufskollegs Kleve (Erzieherausbildung) Gelegenheit gegeben, ihre Medienkompetenz zu hinterfragen, um ihrem zukünftigen Klientel in den Kitas und Schulen Hilfestellung in schwierigen Lebenssituationen (cybermobbing, cybergrooming) geben zu können.

Das bewährte Ensemble des Theaters im Fluss hat im Jahr 2024 in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Kleve ein Stück erarbeitet, das in seinen Bildern eindrucksvoll auf die Gefahrenfacetten der Sozialen Medien aufmerksam macht.

Der wieder ins Bild gesetzte alles durchdringende Einfluss der „Influencer“, der den Alltag der Kinder und Jugendlichen manipuliert, die vielen Facetten des Cybermobbings, die von allen Zuschauenden mitleidend erfahren wurden und auch die verführerische Macht der digitalen Spiele und die immer subtiler platzierten „Lootboxen“, die ein Suchtpotential und finanzielle Verluste billigend in Kauf nehmen, haben wieder eindrucksvoll Wirkung erzeugt.

Dies alles wurde von den fünf Schauspieler*innen Ella Lichtenberger, Lotta Loos, Janis Krebbers, Julian Theyssen und Lilli Evers und dem für die gesamte Technik einschließlich der Effekte zuständigen Lucas Hans realisiert.  

Auch an dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei Ihnen bedanken.

Die Verantwortlichen des Kinderschutzbund Kleve, die das Projekt von den Anfängen bis zur erneut erfolgten Realisation begleitet haben, betonen noch einmal die überragende Bedeutung der Auseinandersetzung mit dieser Thematik, in der die Eltern der Kinder in ihrem Umgang mit den Sozialen Medien unterstützt werden müssen, sie sind der Schlüssel zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Sozialen Medien.

6. Infostand des Kinderschutzbundes OV Kleve zum Weltkindertag 2025

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September 2025 war der Ortsverband Kleve des Kinderschutzbundes mit einem Infostand in der Klever Innenstadt vertreten. Der Weltkindertag steht bundesweit im Zeichen der Kinderrechte und macht darauf aufmerksam, dass Kinder Schutz, Förderung und Beteiligung verdienen.

Der Infostand bot Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, sich umfassend über die Arbeit des Kinderschutz-bundes OV Kleve zu informieren. Ehrenamtlich Mitarbeitende standen für Gespräche zur Verfügung, beantworteten Fragen und gaben Einblicke in aktuelle Projekte und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien in der Region.

Unterstützt wurde die Aktion durch zwei junge Ballonkünstler, die mit ihren bunten Ballonfiguren das Interesse der Kinder weckte.

Was haben wir noch getan …

  • Kontaktpflege mit Jugendämtern, Ärzt*innen, Rechtsanwält*innen, Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. (SkF), Frauenberatungsstelle Impuls, Frauenhaus, Erziehungsberatungsstelle der Caritas, AWO (Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Kleve e.V.) SOS Kinderdorf, Anna-Stift, diverse Kindergärten und Schulen vor Ort, den Mitgliedern der Runden Tische für ein gewaltfreies Zuhause
  • Monatliche Besprechungen im Aktiven-Team und Vorstands-Team
  • Beteiligung an diversen Arbeitskreisen (u.a. Frühe Hilfen)
  • Mitarbeit im Netzwerk Kinderschutz im Kreis Kleve
  • Kooperationspartner des Familienzentrums des Franziskuskindergartens in Weeze, des FZ KiKu‘s Wilde 13, Kleve
  • Mitglied der AG 78 des Jugendamtes der Stadt Kleve
  • Sitz im Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Stadt Kleve
  • Regelmäßige Treffen mit Vertreter*innen des KleverKinderNetzwerks zur Koordination von Hilfsangeboten

Neues aus dem Vorstand des Kinderschutzbund Kleve

Im September 2025 wurde in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes Kleve in der Spyckstraße die Mitgliederversammlung durchgeführt.

Im Rahmen der anstehenden (Neu-)Wahlen wurde Jürgen Münnekhoff als Nachfolger Michael Biebersteins zum Schatzmeister gewählt.

Wir danken

  • unseren aktiven Mitgliedern
  • unseren zahlenden Mitgliedern für ihre finanzielle Unterstützung
  • der Stadt Kleve für die Bereitstellung der Fördermittel zur Nutzung der Räumlichkeiten in der „Spyckschule“
  • dem Landgericht Kleve und den Amtsgerichten, der Staatsanwaltschaft sowie dem FA für zugewiesene Bußgelder
  • diversen privaten Spendern insbes. Jansen Bedachung GmbH und die Zevens Stiftung
  • Kindergärten, Schulen, Beratungsstellen, Jugendämtern, diversen Kinderheimen und Mutter- /Kind-Einrichtungen
  • Familienrichter*innen, die mit uns zusammengearbeitet haben
  • Frank Fabian, der uns unermüdlich bei der „Pflege“ unserer Homepage zur Seite steht
  • Unser Dank gilt auch Michael Bieberstein, der zunächst das Amt des 1.Vorsitzenden seit 2017 innehatte, um anschließend als Schatzmeister sein Engagement für den Kinderschutzbund Kleve bis 2025 einbrachte.

Kleve im Februar 2026

Barbara Kipfelsberger   Bernhard Heisterkamp  Michael Bieberstein  Dr. Ursula Figura

1. Vorsitzender            2. Vorsitzender              Schatzmeisterin          Schriftführerin


Archiv der vergangenen Jahresberichte im pdf-Format: